Bava Kamma 195

Kapitel 195

א ואי מחמת תרעא זיל לא מנכינן ליה
1 und ist deren Preis gefallen, so wird es ihm nicht abgezogen. –
ב והא קא שבח לענין נסכא אלא כי הא דרב פפא ורב הונא בריה דרב יהושע עבדי עובדא בזוזי דאגרדמיס טייעא עד י' בתמניא
2 [Die Münze] ist ja in ihrem Metallwerte gestiegen!? – Vielmehr, man verfahre wie R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑; sie befragten einen arabischen Münzbeamten und fanden eine Differenz von zehn zu acht.
ג אמר רבה הזורק מטבע של חבירו לים הגדול פטור מאי טעמא אמר הא מנח קמך אי בעית שקליה והני מילי בצלולין דקא חזי ליה אבל עכורין דלא קחזי ליה לא והני מילי דאדייה אדויי אבל שקליה בידיה מיגזל גזליה השבה בעי מיעבד
3 Rabba sagte: Wer eine fremde Münze in das große Meer wirft, ist ersatzfrei, weil er zu ihm sagen kann: da liegt sie; wenn du willst, hole sie dir. Dies nur, wenn das Wasser klar ist, sodaß man sie sehen kann, nicht aber, wenn es trübe ist und man sie nicht sehen kann. Ferner nur dann, wenn er sie hineingestoßen hat, wenn er sie aber mit der Hand angefaßt hat, so hat er sie geraubt und muß sie wieder zustellen.
ד מתיב רבא אין מחללין על מעות שאינן ברשותו כיצד היו לו מעות בקסטרא או בהר המלך או שנפל כיסו לים הגדול אין מחללין אמר רבה שאני לענין מעשר דבעינן מצוי בידך דרחמנא אמר (דברים יד, כה) וצרת הכסף בידך וליכא
4 Raba wandte ein: Man darf ihn nicht ausweihen durch Geld, das man nicht im Besitze hat; wenn man beispielsweise Geld in einer Burg oder auf dem Königsberge hat, oder einem sein Geldbeutel ins Meer gefallen ist, so darf man ihn durch dieses nicht ausweihen!? Rabba erwiderte: Anders verhält es sich beim [zweiten] Zehnten, da man [das Geld] bei der Hand haben muß, denn es heißt:<i>nimm das Geld in deine Hand</i>, was hierbei nicht der Fall ist.
ה ואמר רבה השף מטבע של חבירו פטור מאי טעמא דהא לא עבד ולא מידי וה"מ דמחייה בקורנסא וטרשיה אבל שייפא בשופינא חסורי חסריה
5 Ferner sagte Rabba: Wer eine fremde Münze verwischt, ist frei, denn er hat ja nichts getan. Dies jedoch nur dann, wenn er sie mit einem Hammer glatt geschlagen hat, wenn er sie aber mit einer Feile abgefeilt hat, so hat er sie vermindert.
ו מתיב רבא הכהו על עינו וסמאה על אזנו וחרשו עבד יוצא בהן לחירות כנגד עינו ואינו רואה כנגד אזנו ואינו שומע אין עבד יוצא בהן לחירות
6 Raba wandte ein: Hat jemand seinen Sklaven auf das Auge geschlagen und es blind gemacht, aufs Ohr und es taub gemacht, so geht er dieserhalb frei aus; wenn aber gegen das Auge und er nicht sehen kann, gegen das Ohr und er nicht hören kann, so geht er dieserhalb nicht frei aus!? –
ז רבה לטעמיה דאמר רבה חרשו לאביו נהרג שאי אפשר לחרישה בלא חבורה דטפתא דדמא נפלת ליה באוניה
7 Rabba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Rabba sagte, wer seinen Vater taub gemacht hat, werde hingerichtet, weil Taubheit ohne Verletzung nicht möglich ist, denn ein Tropfen Blutes drang ihm ins Ohr.
ח ואמר רבה הצורם אוזן פרתו של חבירו פטור מאי טעמא פרה כדקיימא קיימא דלא עבד ולא מידי וכולהו. שוורים לאו לגבי מזבח קיימי
8 Ferner sagte Rabba: Wer einer fremden Kuh das Ohr schlitzt, ist frei, denn die Kuh befindet sich im selben Zustande wie vorher, sodaß er ihr nichts getan hat, und nicht alle Rinder sind für den Altar bestimmt.
ט מתיב רבא העושה מלאכה במי חטאת ובפרת חטאת פטור מדיני אדם וחייב בדיני שמים מלאכה הוא דלא מינכר היזיקה אבל צורם דמינכר היזיקה הכי נמי דמחייב בדיני אדם
9 Raba wandte ein: Wer das Entsündigungswasser oder die Entsündigungskuh zur Arbeit verwendet, ist beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig. Dies gilt also nur von der Arbeitsverwendung, weil der Schaden nicht kenntlich ist, wenn er ihr aber das Ohr schlitzt, wo der Schaden kenntlich ist, ist er auch beim menschlichen Gerichte schuldig!? –
י אמרי הוא הדין דאפילו צורם פטור והא קא משמע לן דאפילו מלאכה דלא מינכר היזיקה חייב בדיני שמים
10 Ich will dir sagen, auch wenn er ihr das Ohr schlitzt, ist er frei, nur will er folgendes lehren: selbst wegen der Arbeitsverwendung, die nicht kenntlich ist, ist er beim himmlischen Gerichte schuldig.
יא ואמר רבה השורף שטרו של חבירו פטור דאמר ליה ניירא קלאי מינך מתקיף לה רמי בר חמא היכי דמי
11 Ferner sagte Rabba: Wer fremde Schuldscheine verbrennt, ist frei, weil er sagen kann: ich habe dir nur Papier verbrannt. Rami b. Ḥama wandte ein: In welchem Falle: